ADHS – Diagnostik Seminar

Diagnostik Seminar für Ärzte und Psychotherapeuten

ADHS erkennen

Zumeist kommt der Impuls für eine ADHS-Testung von den Patienten und nicht von den Behandlern. Das ist schade, da sowohl Pharmako- als auch Psychotherapien weit unter ihren Möglichkeiten bleiben. Durchschnittlich erfüllt jeder 10 Patient in einer psychotherapeutischen Praxis die Kriterien für ADHS. Aber nicht jeder benötigt eine ADHS spezifische Behandlung. Das Seminar bietet einfache Heuristiken zur differenziellen Betrachtung zwischen ADHS, Borderline Persönlichkeitsstörung, Autismusspektrumstörung und PTBS.

Testen ist lernbar

Viele Therapeuten schrecken vor der Vielzahl der unterschiedlichen ADHS Tests zurück. Im Seminar werden Teststrategien entlang der Umsetzbarkeit in der eigenen Praxis vorgestellt. Möchte ich ADHS nur nachweisen? Möchte ich eine Schweregradeinschätzung der Symptomatik vornehmen?  Möchte ich eine Psychotherapie planen? 
Innerhalb des Seminars wird dargestellt, wie eine komplette Testung mit Nachweis über DSM-V/ICD-11- Kriterien, Differenzialdiagnostik zu Borderline, Screening auf ASS, Schweregradeinschätzung der Symptomatik, Selbst- und Fremdeinschätzung sowie Entscheidung für oder gegen eine Pharmakotherapie in 2,5 Zeitstunden (6 psychotherapeutische Sprechstunden zu 25 Minuten)  getroffen werden können.  


Entscheiden was hilft

Wie entscheide ich welche Symptombereiche auf Pharmakotherapie ansprechen und welche auf Psychotherapie? Was sind psychotherapeutische Themen aus sich der Patienten? Oftmals ist die Literatur an den Realitäten der Therapie vorbeipubliziert. Verhaltenstherapeuten werden Konzentration nur bedingt verbessern, wenn dafür keine neurologische Grundlage vorhanden ist. Eine Pharmakotherapie wird die ADHS-Symptome nur bedingt verbessern, wenn Autismus, Borderline oder PTBS zu Reizüberflutung, Impulsdurchbrüchen, Übererregtheit und Stimmungsschwankungen führen. Tiefenpsychologisch therapierte Patienten werden sich Jahr um Jahr kränker fühlen, wenn die biologischen Grundlagen für bestimmte Affekte ausschließlich auf der Konfliktachse bearbeitet werden. 

Die Realität in der psychotherapeutischen Praxis zeigt, dass die Anforderungen an die verschiedenen Berufsgruppen komplett andere sind als zunächst erwartet. Verfahrensunabhängig gibt es für jede Gruppe viel gutes Beizusteuern. 

Besonderheiten in der Psychotherapie

Teil des Seminares sind ausgewählte verhaltenstherapeutische Strategien jenseits der gängigen Literatur. ADHS Betroffene hassen zumeist Entspannungsgruppen. Wie über gezieltes erzeugen von Stressreaktionen depressive Einbrüche unterbrochen werden können, wie zwanghafte Persönlichkeitszüge konstruktiv zur Stärkung der intrinsischen Motivation genutzt werden können. Welche Arte der Strukturierung des Alltages aus Sicht der Betroffenen hilft und welche Formen der Stressreduktion jenseits der üblichen Skillsgruppen gut funktionieren.

Pharmakotherapie – Grundlagen und Strategien für Fortgeschrittene

Die Pharmakotherapie ist ein zentraler Baustein in der Behandlung von ADHS. Viele Psychiater kennen sich jedoch mit der Medikation nicht aus. Psychotherapeuten überlassen die Medikation ausschließlich den Psychiatern/Neurologen. Für beide Gruppen gibt es entsprechend grobe Behandlungsfehler die nach eigener Beobachtung in etwa 75% der Verordnungen die Therapie erschweren. Im Seminar werden Strategien vorgestellt wie bereits anhand der Testergebnisse eine Schwerpunktsetzung der Pharmakotherapie entlang der berichteten Symptombereiche  stattfinden kann. Es wird grundsätzliches Wissen über die Stoffgruppen (Stimulanzien, Amphetamine und Noradrenalinwiederaufnahmehemmer vermittelt). Im Handout findet sich eine ausführliche Entscheidungsheuristik für Psychiater und Psychotherapeuten entlang der berichteten Symptome und vor allem in Bezug auf die Galenik der Präparate. Insbesondere der Bereich der Auswahl des Präparates und der jeweiligen Auswirkungen auf die Lebensführung wird ausführlich dargestellt (Fortgeschrittene Vermeidung von Reboundphänomenen, Kombinationsbehandlung mit unretardierten Medikamenten, Auswirkung der Galenik auf Wirkdauer. Spezifische Auswahl des Präparates nach Herstellern, da bei vordergründig  gleicher Wirkstofffreisetzung erhebliche Unterschiede in Wirkdauer und Ausschüttung bestehen.  Auswahl des richtigen Präparates entlang einfacher Entscheidungsbäume. Möglichkeiten der Qualitätssicherung und des Monitorings des Therapieerfolges. 

Termine

05. + 06.05.2023 in Hamburg – 18 Unterrichtseinheiten. Kosten: 449 Euro

Seminarort: Kassenärztliche Vereinigung Hamburg – Humboldtstraße 56 – 22083 Hamburg

Seminarzeiten: Freitag und Samstag jeweils von 9:30 – bis 18:30

Zielgruppe(n): psychologische und ärztliche PsychotherapeutenInnen, Andere Berufsgruppen. 
18 Fortbildungseinheiten – Akkreditierung beantragt bei Psychotherapeutenkammer und Ärztekammer Hamburg.